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Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende

Deutschland hat sich bei der Reduzierung seines CO2-Ausstoßes ehrgeizige Ziele gesetzt. So sollen bis 2050 80 bis 95 Prozent weniger Treibhausgasemissionen im Vergleich zu 1990 ausgestoßen werden. Dabei kommt dem Einsatz von Erneuerbaren Energien wie Wind- und Solaranlagen große Bedeutung zu. Das Problem dabei: Die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien hängt stark von Tageszeit und Wetterlage ab. Es bedarf also einer sicheren Kommunikationsplattform, die Stromnetz, Erzeugung und Verbrauch intelligent miteinander verknüpft.  Dabei spielen intelligente Messsysteme (iMSys) eine wichtige Rolle. Diese ermöglichen es, Energieerzeugungsanlagen in ein intelligentes Stromnetz einzubinden und Stromangebot und –nachfrage ins Gleichgewicht zu bringen. Darüber hinaus schaffen sie Transparenz in die individuellen Energieverbräuche für eine nachhaltige Senkung des Energieverbrauchs und sind damit eines der zentralen Elemente zum Gelingen der Energiewende.

Intelligente Messsysteme schaffen ein sicheres Kommunikationsnetz, das alle Akteure im Energiesystem miteinander verknüpft.

Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende: Aufbruch ins Smart Grid

Wie in vielen anderen Bereichen bedarf aber auch die Einführung intelligenter Messsysteme einer rechtlichen Grundlage. Diese ist mit dem „Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende“ (GDEW) geschaffen worden. Das Digitalisierungsgesetz, welches im September 2016 in Kraft getreten ist, sieht vor, das Energiesystem in Deutschland in ein Smart Grid zu verwandeln. Dieses basiert auf einer digitalen Infrastruktur, die alle Akteure im Energiesystem intelligent miteinander vernetzt, so dass diese sicher miteinander kommunizieren können. Auch die Verbraucher können von der Digitalisierung profitieren. So erlauben intelligente Messsysteme ein Höchstmaß an Transparenz, da sich genau identifizieren lässt, wo im Haushalt der größte Energieverbrauch stattfindet. Zudem besteht die Möglichkeit zeitvariabler Stromtarife, die sich zum Beispiel an der Erzeugungsmenge Erneuerbarer Energien orientieren.

Messstellenbetriebsgesetz: Das Kernstück des GDEW

Neben Änderungen bereits bestehender Bundesgesetze und Verordnungen enthält das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende das neue „Gesetz über den Messstellenbetrieb und die Datenkommunikation in intelligenten Energienetzen“. Dieses Messstellenbetriebsgesetz ist das Kernstück des GDEW. Es enthält wichtige Regelungen zu Ausstattung und Betrieb intelligenter Messsysteme. Damit wendet es sich in erster Linie an die deutschen Verteilnetzbetreiber, denen als grundzuständige Messstellenbetreiber die Verantwortung für den Smart Meter-Rollout übertragen wird.

Zentrale Inhalte

Ein zentraler Aspekt des Gesetzes besteht in den Kostenregelungen für den Einbau intelligenter Messsysteme. Hierzu werden klare Preisobergrenzen definiert. Auf diese Weise soll ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Kosten und Nutzen von Installation und Betrieb der Messsysteme geschaffen werden. 

Ein weiterer Punkt behandelt den stufenweisen Einbau von iMSys. Dabei sollen größere Verbraucher und Erzeugungsanlagen mit einem Verbrauch über 10.000 kWh pro Jahr die Vorreiterrolle übernehmen und  bereits ab 2017 umgerüstet werden. Allerdings ist die für den Roll-out notwendige Markterklärung nocht nicht erfolgt. Diese besagt, dass mindestens drei Hersteller über BSI-zertifizierte Gateways verfügen müssen. Entsprechend verzögert sich der Roll-out. Kunden mit einem Verbrauch unter 10.000 kWh sollten dem Gesetz folgend ab 2020 umgerüstet werden, so dass bis 2032 jeder Haushalt mit einem Stromverbrauch größer 6.000 kWh über ein intelligentes Messsystem verfügt. Die Haushalte unterhalb 6.000 kWh können optional auch über einen modernen Zähler verfügen.

Datenschutz und Datensicherheit

Intelligente Messsysteme ermöglichen Strom aus Erneuerbaren Energien möglichst effizient zu nutzen. Das führt aber zwangsläufig zu einem deutlich höheren Datenverkehr. Entsprechend hoch müssen die Anforderungen an Datenschutz und Datensicherheit ausfallen. Das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende führt technische Mindestanforderungen für iMSys auf, welche Datenschutz und -sicherheit gewährleisten sollen. Dazu zählen z.B. die Integration von Firewall-Mechanismen und ein Verbindungsaufbau, der ausschließlich von innen nach außen erfolgt. Zudem legt das GDEW genau fest, wer wann auf welche Daten zugreifen darf. So wird sichergestellt, dass Daten, die für eine zuverlässige Energieversorgung notwendig sind, nur von den berechtigten Akteuren genutzt werden dürfen und damit besser vor Hacker-Angriffen geschützt sind.

Kein Smart Grid ohne 450MHz

Um Daten absolut zuverlässig zu übertragen, ist ein sicheres, hochverfügbares und robustes Kommunikationsnetz unabdingbar. Die 450MHz-Frequenz ist aufgrund ihrer hervorragenden Ausbreitungseigenschaften besonders gut dafür geeignet. Bereits heute wird das 450MHz-Funknetz europaweit von einigen Energieversorgern eingesetzt. Der Ausbau einer flächendeckenden 450MHz-Funknetzplattform in Deutschland könnte bis 2022 erfolgen, wobei bereits 20 Prozent sich im Rollout befinden. 450connect bietet der deutschen Energiewirtschaft ein sicheres und zuverlässiges Kommunikationsnetz an, das den Anforderungen des GDEW in vollem Maße entspricht. Kontaktieren Sie uns gerne, wenn Sie sich für den Aufbau eines 450MHz-Funknetzes interessieren oder weitere Fragen an uns haben.