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Der Smart Meter Rollout in Deutschland

Der steigende Anteil Erneuerbarer Energien im Energiesystem stellt das Stromnetz vor ganz neue Herausforderungen. Das liegt in erster Linie daran, dass die Energiegewinnung aus Windkraft- und Photovoltaikanlagen wetterabhängig erfolgt. Erneuerbare Energien erzeugen im Gegensatz zu Kohle- und Atomkraftwerken nicht immer konstant die gleiche Menge Strom. Damit der Strom dort ankommt, wo er benötigt wird, ist eine sichere und zuverlässige Kommunikation zwischen Energieverbrauchern und -erzeugern unerlässlich. Mit einem sogenannten Smart Meter soll dies in Zukunft ermöglicht und damit die Digitalisierung der Energiewende unterstützt werden.

Visualisierung Big Data
Voraussetzung für den Smart Meter Rollout ist ein sicheres und zuverlässiges Kommunikationsnetz, das auch im Falle eines Blackouts eine sichere Versorgung und Steuerung des Stromnetzes gewährleistet.

Smart Meter – Was ist das?

Bei einem sogenannten „Smart Meter“ handelt es sich in Deutschland um einen digitalen und internetfähigen Stromzähler, der aus zwei Komponenten besteht: der Messeinrichtung und einem „Smart Meter Gateway“ – zusammen intelligentes Messsystem (iMSys) genannt. Der Smart Meter Gateway ist eine Kommunikationseinheit, welche ein oder mehrere Messeinrichtungen mit anderen technischen Geräten wie z.B. den erneuerbaren Stromerzeugungsanlagen in einem Kommunikationsnetz miteinander verknüpft. Das ermöglicht es, aktuelle Verbrauchsdaten zu erfassen, zu verarbeiten und zu versenden. So können diese von allen beteiligten Akteuren sicher und zuverlässig ausgelesen werden. Im weiteren Sinne werden unter den Begriff Smart Meter auch moderne Messeinrichtungen (mME) gefasst. Im Gegensatz zu intelligenten Messsystemen (iMSys) sind diese jedoch nicht internetfähig. Es handelt sich um elektronische Stromzähler mit einem digitalen Display, das den tatsächlichen Energieverbrauch in verschiedenen Zeitfenstern auf dem Display darstellen kann.

Flächendeckender Ausbau ist beschlossen

Ein wesentlicher Bestandteil der Digitalisierung der Energiewende ist die intelligente Verknüpfung der verschiedenen Erzeugungsanlagen, der Netze und des Verbrauchs mit Smart Metern. Im Rahmen der Studie von Ernst & Young GmbH „Kosten-Nutzen-Analyse für einen flächendeckenden Einsatz intelligenter Zähler“ aus dem Jahr 2013 im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie wurden unterschiedliche Handlungsempfehlungen aufgezeigt. Diese fanden Eingang im Gesetzgebungsverfahren.

Den Grundstein für diesen sogenannten „Smart Meter Rollout“ legte das „Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende“ (GDEW), welches im September 2016 in Kraft getreten ist. Kernstück des GDEW ist das Messstellenbetriebsgesetz, welches die Grundlagen für die Einführung von Smart Meter legt. Demnach sollen bis 2032 alle Stromzähler in Deutschland intelligent oder zumindest modern sein. Bei Kunden mit einem hohen Verbrauch von mehr als 10.000 kWh pro Jahr sollte die Umsetzung bereits in 2017 starten. Da die notwendige Markterklärung allerdings noch aussteht, verzögert sich der Rollout. Davon sind vor allem Gewerbebetriebe betroffen. Auch in Neubauten ist die Installation von Smart Metern Pflicht. Haushalte mit einem Verbrauch unter 10.000 kWh werden voraussichtlich ab 2020 umgerüstet. Dabei müssen Haushalte und kleinere Gewerbebetriebe größer 6.000 kWh ein intelligentes Messsystem (iMSys) eingebaut bekommen.

Vorteile von Smart Metering

Smart Metering verschafft den Energieversorgungsunternehmen ganz neue Möglichkeiten, um aus den gewonnenen Daten innovative Dienstleistungen zu entwickeln. Außerdem verschafft es einen Überblick über gegenwärtige Erzeugungs- und Verbrauchssituationen, auf deren Basis sich ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage herstellen lässt. Doch auch den Verbrauchern bieten Smart Meter entscheidende Vorteile. So erlangen diese eine höhere Transparenz über den eigenen Verbrauch und können von zeitvariablen Stromtarifen profitieren. Eine zusätzliche Kostenersparnis ergibt sich dadurch, dass eine Zähler-Ablesung direkt am Gerät nicht länger erforderlich ist, da der grundzuständige Messstellenbetreiber die Daten digital übermittelt bekommt. Datenschutz und Datensicherheit haben dabei oberste Priorität. Entsprechende Standards und Regelungen wurden vom BSI verfasst.

Voraussetzung für den Smart Meter Rollout

Ein Smart Meter Rollout ist jedoch nur möglich, wenn das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI) die technische Möglichkeit dazu bestätigt und entsprechende Zertifizierungen ausstellt. Dazu müssen mindestens drei voneinander unabhängige Unternehmen Smart Meter Gateway anbieten, die den Anforderungen des Messstellenbetriebsgesetzes entsprechen. Erst im Anschluss kann mit dem flächendeckenden Rollout von intelligenten Stromzählern begonnen werden. Die Realisierungsfristen der Pflichteinbaufälle beginnen erst nach dem Start des Rollouts. Zum jetzigen Zeitpunkt sind noch keine drei zertifizieren Smart Meter Gateways am Markt verfügbar.

450MHz bietet die ideale Plattform

Eine weitere Notwendigkeit für den Smart Meter Rollout besteht in der Kommunikationsanbindung der Smart Meter Gateways. Diese lässt sich entweder über drahtgebundene Medien wie Festnetz, Glasfaser oder Powerline Communication (PLC) oder über drahtlose Medien wie (öffentlicher) Mobilfunk realisieren. Die zuverlässigste und wirtschaftlichste Anbindung intelligenter Messsysteme erfolgt erst in einem Kommunikationsnetz, das einheitlich sowohl in der Fläche als auch in Gebäuden zur Verfügung steht. Das Funknetz im 450MHz-Frequenzbereich ist dazu in besonderem Maße geeignet. Dieses überzeugt mit hervorragenden Ausbreitungseigenschaften, guter Gebäudedurchdringung und einer flächendeckenden Versorgung auch in netzkritischen Situationen[. Dabei spielt das Unternehmen 450connect eine tragende Rolle. Mit dem Aufbau und Betrieb von 450MHz-Funknetzen stellt 450connect der Digitalisierung unserer Energie- und Volkswirtschaft ein sicheres und zuverlässiges Kommunikationsnetz zur Verfügung. Als Tochterunternehmen der Alliander AG, die bereits beim Aufbau des 450MHz-Funknetzes in den Niederlanden große Erfolge feiern konnte, bringt 450connect die nötige Erfahrung und Kompetenz für einen flächendeckenden Ausbau in Deutschland mit.

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