Behörden Spiegel Nr. 1065, November 2023: "Aufbau des bundesweiten 450MHz-Netzes geht voran"

28. November 2023


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(BS) Dezentralisierung, Vernetzung und Digitalisierung sind Eckpfeiler der voranschreitenden Energiewende. Ohne aus­fallsichere Kommunikationsmöglichkeiten kann jedoch eine sichere Energie- und Was­serversorgung als zentrales Element der Da­seinsvorsorge nicht gewährleistet werden. Um dieser Erkenntnis Rechnung zu tragen, entschied die Bundesnetzagentur im Be­nehmen mit dem Beirat im November 2020, die vielfach begehrten und hart umkämpf­ten Frequenzteilbereiche im 450 MHz- Band (ehemaliges C-Netz) vorrangig für die Kommunikation Kritischer Infrastrukturen (KRITIS) der Energie- und Wasserwirtschaft bereitzustellen.

Das der Vergabeentscheidung folgende Bewerbungsverfahren konnte schließlich die 450connect GmbH, bisherige Nutzerin eines Teils des Frequenzspektrums, für sich entscheiden. Die 450connect GmbH ist ein Joint Venture der Energie- und Wasserwirt­schaft mit Sitz in Köln. Nachdem der formale Zuschlag für die Frequenznutzungsrechte im Juni 2021 nunmehr mehr als zweieinhalb Jahre zurückliegt, interessierte uns, wie es um den Aufbau des bundesweiten Kom­munikationsnetzes für die ausfallsichere Kommunikation Kritischer Infrastrukturen bestellt ist und ob sich die der Vergabeent­scheidung zugrundeliegenden Erwartun­gen tatsächlich erfüllen werden.

Nach unseren Recherchen ist mit der Planung des Funknetzes bereits vor dem formalen Zuschlag der Frequenzen begon­nen worden. Die Architektur des geplanten Funknetzes basiert auf einer georedundan­ten Zentraltechnik, einem schwarzfallfesten Backbone, einer redundanten Richtfunkanbindung und einer 72-Stunden-Notstromversorgung. Zur Erschließung des gesam­ten Bundesgebietes sollen insgesamt rund 1.600 Funkstandorte aufgebaut und ent­sprechend ausgerüstet werden. In die Pla­nungen konnten bereits zahlreiche in West-und Norddeutschland errichtete und von der 450connect betriebene Funkstandorte einbezogen werden.

Dort war es lediglich erforderlich, die bislang genutzte Techno­logie CDMA auf LTE-Standard upzudaten und die Standorte antennenmäßig nachzu­rüsten. Die übrigen Funkstandorte wurden bereits bzw. werden noch bei Energiever­sorgern und unabhängigen Mastanbietern auf der Basis langfristiger Vereinbarungen angemietet. Aktuell sind bereits mehrere hundert Standorte in Betrieb, viele andere erschlossen und in Bauplanung. Bis 2025 soll das deutschlandweite Netz aufgebaut und in Betrieb sein.


Quelle: Behörden Spiegel Nr. 1065, November 2023